Berichte zu Stromausfällen
16. März 2011. 20.08 Uhr
In der ganzen Stadt gingen die Lichter aus Störung im Umspannwerk. Fabrik eine Stunde lang betroffen
Als Auslöser für den Stromausfall in Friedberg gilt eine Störung an einem Transformator im Umspannwerk an der Afrastraße.
Friedberg Ein Stromausfall hat gestern Nachmittag vorübergehend fast ganz Friedberg lahmgelegt – zumindest überall dort, wo Elektrizität nötig ist. Eine knappe Viertelstunde lang war nahezu das gesamte Stadtgebiet betroffen. Mehr Geduld war in der Automobilzulieferer-Fabrik von Federal Mogul gefragt. Dort dauerte es eine Stunde lang, bis wieder Strom floss. So lange stand die Produktion still.
Als Auslöser gilt nach Angaben des Stromversorgers Lechwerke eine Störung im Umspannwerk an der Afrastraße. Und zwar an einem Transformator. Pech war mit im Spiel, weil der zweite Transformator wegen einer Überprüfung nicht als Ersatz zur Verfügung stand. Die LEW-Mitarbeiter seien fieberhaft dabei, die Störung zu beseitigen, so Pressesprecher Richard Agerer kurz nach dem Stromausfall gegenüber unserer Zeitung.
09. März 2011. Stromkabel gekappt.
Schon wieder ein großer Stromausfall
Neuer Tag, neue Panne: Schon wieder hat eine Baufirma bei Erdarbeiten ein Stromkabel von Vattenfall gekappt. In Pankow fiel stundenlang der Strom aus. Auch die S-Bahn war betroffen.
Neuer Tag, neue Panne: Schon wieder hat eine Baufirma bei Erdarbeiten ein Stromkabel von Vattenfall gekappt. Deshalb fiel am Mittwoch von 10.25 bis 11.09 Uhr in mehr als 1200 Pankower Haushalten und bei mehr als 200 Gewerbekunden der Strom aus. Weil auch die Sicherungstechnik der S-Bahn betroffen war, fuhren zwischen Pankow und Blankenburg in dieser Zeit keine Züge. Einzig der Fahrstrom war noch vorhanden.
Der rund elfstündige Stromausfall, der am Dienstag den Betrieb in den Bundestagsgebäuden weitgehend lahmgelegt hatte, soll nach dem Willen von Parlamentariern Konsequenzen haben. SPD, Grüne und Linke wollen das Thema nächste Woche im Ältestenrat des Bundestages zur Sprache bringen und auf die technische Nachrüstung der überwiegend noch neuen Gebäude im Spreebogen dringen.
Nach Auskunft eines Vattenfall-Sprechers wurden die Bauten über eine Ersatzleitung planmäßig nur eingeschränkt versorgt. Andere Netzkunden wie Fernsehsender und die Zeitungsdruckerei in Spandau hätten sich für einen höheren Standard entschieden und könnten daher über Ersatzleitungen mit voller Leistung versorgt werden. Das Niveau der Sicherheit hänge vom Wunsch des Kunden ab.
Unentbehrliche Einrichtungen wie Krankenhäuser haben zusätzlich Notstromaggregate. Die Hausverwaltung der Charité berichtet, dass alle lebenswichtigen Geräte an ein ausfallsicheres Netz angeschlossen seien: Fällt das Stromnetz aus, springen binnen 15 Sekunden dieselbetriebene Notstromaggregate an. Für die Zeit dazwischen verhindern Speicherbatterien, dass beispielsweise elektronische Geräte abstürzen. Alle vier Wochen werde das System getestet.
Auch Polizei und Feuerwehr haben Notstromaggregate, die bei einem Netzausfall mit Dieselgeneratoren Strom produzieren. Die Feuerwehr hat außerdem drei mobile Container mit Generatoren, um andere zu versorgen. Und für die eigene Leitstelle installiere das Technische Hilfswerk (THW) zu Silvester stets eine zusätzliche Versorgung, sagte ein Feuerwehrsprecher. „Das ist die Variante ,Hosenträger und Gürtel‘.“ Stefan Jacobs
09. März 2011. Möbelwagen legt den Strom in Haarzopf lahm
Möbelwagen legt den Strom in Haarzopf lahm
Essen-Haarzopf. Weil ein 3,7 Tonnen schwerer Möbelwagen gegen einen Stromkasten von RWE fuhr, gingen am Dienstagmittag in Haarzopf kurzzeitig die Lichter aus. Rund 500 Haushalte waren vom Stromausfall betroffen. Der Schaden beläuft sich auf rund 25.000 Euro.
Ein Möbelwagen fuhr gegen diesen sogenannten C-Station von RWE, daraufhin waren rund 500 Haushalte ohne Strom.
Für kurze Zeit gingen am Dienstag an der Straße Am Haus Stein in Haarzopf die Lichter aus. Gegen 13.10 Uhr war ein Möbelwagen in eine sogenannte C-Station von RWE gefahren. Der Fahrer des 3,7-Tonners blieb unverletzt. Der Verteilerkasten mit der Größe eines Kleinwagens wurde komplett beschädigt, RWE-Sprecher Gerd Starkmann beziffert den Schaden auf rund 25 000 Euro. Rund 500 Haushalte waren vom Stromausfall betroffen.
„Wir konnten die betreffenden Haushalte aber schon nach 15 Minuten wieder anschließen. Bei der Hausnummer 24 hat es allerdings noch eine Stunde länger gedauert“, sagte Starkmann. In den späten Mittagsstunden mussten noch einmal 40 Haushalte rund eine Stunde auf Strom verzichten. „In Folge des Unfalls mussten wir noch Entstörungsarbeiten durchführen“, erläutert Starkmann. Was aus dem beschädigten Umspannhäuschen werde eine Überprüfung noch zeigen müssen. Gerd Starkmann: „Gegebenenfalls ersetzen wir sie vor Ort durch eine neue Station.“
08. März 2011. Kabelschaden vermutet
Stromausfall legte Bundestag lahm
Licht, Computer, Aufzüge: Im Reichstag und den Bundestagsgebäuden ging nach einem Stromausfall fast nichts mehr. Schuld war ein Kabelschaden, ausgelöst durch Bauarbeiten.
Im Reichstag und den Bundestagsgebäuden ist der Strom ausgefallen. - Foto: dpa
Ein Stromausfall im Regierungsviertel hat am Dienstag den Bundestag stundenlang lahmgelegt und hunderte Mitarbeiter arbeitsunfähig gemacht. Eine Baufirma hatte Dienstag kurz nach 9 Uhr in der nahen Voßstraße bei Straßenarbeiten versehentlich drei Zehn-Kilovolt-Stromleitungen drei Meter unter der Straße gekappt. Daraufhin fiel in dem vom Bundestag genutzten Jakob-Kaiser-Haus, dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus sowie Paul-Löbe-Haus der Strom aus.
Auch das Bundeskanzleramt war betroffen. Wie Stromversorger Vattenfall mitteilte, verfügt das Gebäude von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aber über eine vollständige Ersatzstromversorgung. „Kanzleramt und Presseamt sind nicht betroffen, alles funktioniert bestens“, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert via Internet-Service Twitter.
Anders als das besser versorgte Kanzleramt verfügen die genannten Parlamentsgebäude 500 Meter weiter nur über Teilnotstromversorgungen. Die sogenannte Sicherheitsstromversorgung versorgte Lampen auf den Fluren und Fahrstühle mit Energie. „Wir haben zu jeder Zeit einen Mindestbetrieb gewährleistet“, betonte eine Vattenfall-Sprecherin. Weil es aber in vielen Büros dunkel blieb, gaben die Fraktionen der Parteien ihren Helfern schon ab mittags frei.
Von den Abgeordneten waren nur wenige betroffen, da es sich um eine sitzungsfreie Woche handelt. Schon am Vormittag beschwerten sich zahlreiche Parlamentarier darüber, dass die Computer, aber auch Kaffeemaschinen nicht mehr funktionierten. Noch unangenehmer dürfte gewesen sein, dass offenbar die Toilettenpumpen in den Bundestagsgebäuden im Spreebogen elektronisch betrieben werden – die Polizei machte deshalb Durchsagen: „Wegen des Stromausfalls ist die Benutzung der Toiletten bis auf Weiteres zu unterlassen.“
Besucher auf der Reichstagskuppel bekamen vom Stromausfall wenig mit – wegen der verschärften Anti-Terror-Sicherheitsmaßnahmen seien weniger Gäste als zu anderen Zeiten vor Ort gewesen, sagte eine Bundestagssprecherin. Wie viele Touristen genau betroffen waren, war nicht mehr in Erfahrung zu bringen: Die Akkus der tragbaren Telefone der Bundestagsverwaltung waren offenbar leer. Um 20.25 Uhr war die Panne behoben.
17. Februar 2011. Forschen gegen den großen Stromausfall in Dortmund
Forschen gegen den großen Stromausfall in Dortmund
Dortmund. Das europäische Stromnetz ist wie ein Meer an Energie. Und in dieses riesige Becken sind erhebliche Turbulenzen geraten, seit regenerative Energie immer mehr, aber leider nicht mit der nötigen Konstanz ins Netz gespeist wird. Europaweite Blackouts sind mittlerweile kein Horrorszenario mehr, sondern passiert. Eine Dortmunder Forschergruppe an der TU versucht, wieder Ruhe ins Netz zu bringen.
Es war am 6. November 2006, als ein Versorger eine Leitung an der Ems abschaltete, um ein großes Schiff gefahrlos passieren zu lassen. Das Problem: Über diese Leitung floss viel Energie, weil starker Wind die Räder an der Nordsee kräftig rotieren ließ. Dieser Strom verteilte sich nun auf andere Leitungen, die nach und nach wegen Überlastung vom Netz gingen, was immer weitere Kreise zog.
Teile Europas dunkel
„Teile von Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien, Österreich und Spanien waren damals bis zu zwei Stunden ohne Strom“, berichtet Prof. Christian Rehtanz, der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit einem Projekt für sichere Netze beauftragt worden ist. „Wir müssen die Netze besser überwachen“, lautet sein Credo.
Er bezieht sich auf einen weiteren internationalen Stromausfall. „Dabei hatte ein Schweizer seinen italienischen Kollegen angerufen und vor dem drohenden Überlastung gewarnt“, erinnert sich Rehtanz. Doch der Italiener entschied sich abzuwarten. Mit fatalen Folgen. Der ganze Stiefel war dunkel.
Erneuerbare Energie als Herausforderung
Die Unwägbarkeiten der umweltfreundlichen Energie sind eine Herausforderung für die Energiewirtschaft. „Mal weht der Wind an der Nordsee, mal scheint die Sonne in Südspanien auf die Solarkraftwerke“, begründet Rehtanz, warum die Netze zum einen ausgebaut, zum anderen aber auch besser kontrolliert werden müssen. Windenergie und Solarstrom stehen in Deutschland in Gigawattstärke zur Verfügung. Das bringt besondere Anforderungen an das Zuschalten von konventionellen Kraftwerken mit sich. Aber: „Es gibt heute niemanden, der das gesamte europäische Netz überwacht.“
Menschliche Ermessungsspielräume in Schaltzentralen müssten durch handfeste Daten ersetzt werden. „Wo heute noch 20-Sekunden-Intervalle den Netzzustand anzeigen, brauchen wir alle 20 Millisekunden Schnappschüsse von allen Netzen“, fordert der Wissenschaftler. Es handele sich sich schließlich um dynamische Ereignisse zwischen Polen und Spanien. Da auch das Internet und die mobile Kommunikation auf Strom angewiesen sind, sucht Rehtanz nach maßgeschneiderten Lösungen. Die Kompetenz dafür findet er im eigenen Haus bei den Kommunikationstechnikern.
Akzeptanzfrage
Neben der verbesserten Überwachung der Netze geht Rehtanz mit einer Studie überein, die in Deutschland 3500 zusätzliche Kilometer Stromleitungen für die Aufnahme von Öko-Strom vorhersagt. Rehtanz: „Da wird die Akzeptanzfrage ein Riesenproblem.“
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